Berner Bauernhaus

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Typisches Berner Oberländer Bauernhaus aus Brienz (BE)
Berner_Bauernhau_4cdad792b6635.jpgBerner_Bauernhau_4cdad792b6635.jpg
Per Post normal für 5,70 CHF
3,00 CHF
Beschreibung
Bestellnummer: 505
Autor: Heinrich Pfenninger
Selbständige Einzelteile: 1
Schwierigkeitsgrad: ab 10 Jahren
Sprache: d
Massstab: 1:90

Wer vom Bahnhof Brienz kommend den breiten Wanderweg einschlägt, der dem rechten Ufer des Brienzersees folgt, durchschreitet zuerst den Dorfteil von Brienz, der den Namen «Tracht» führt. In einem der allerersten Häuser «z'Tracht», linkerhand der grossen Strasse, wird er unser Modellbogenhaus wiedererkennen. Sein Baumeister hat es 1776 mit Bedacht genau gegen die Morgensonne gestellt, also von der Strasse rechtwinklig abgedreht. Wie hell müssen seine vielen Scheiblein einstmals allmorgendlich den Haslitaler Bergen zugeleuchtet haben ... bis - wer weiss, wieviele Jahre später - ein böser Zufall ihm eine neuere Baute dicht vor die Nase gesetzt hat. Schon seit Jahrzehnten schaut nun dieses schönste aller alten Brienzerhäuser etwas verstimmt in eine enge Gasse hinein. Es hat sich im Laufe der Zeit auch selber allerlei bauliche Erweiterungen und Umgestaltungen gefallen lassen müssen, so dass es gar nicht so einfach gewesen ist, seine vermutliche Urgestalt im Modell wiederzugeben.

Wie kostbar wirkt doch sein altersgraues Kleid! Mit wieviel Kunstsinn und Geschmack haben seine Bauleute das Balkenwerk einst geschmückt. Wollten sie damals schon beweisen, dass die Brienzer besonders geschickte Schnitzler seien? Ihre Kunst ist inzwischen allerdings weltberühmt geworden! Oder hat der Bauherr, er soll Fuchs geheissen haben, mit dem schmucken Bau seine Hablichkeit unterstreichen lassen?

Das Holzwerk dieser Baute sitzt auf einem mannshohen, gemauerten Untergeschoss. Wie oft mag dieses solide Fundament die wertvolle Holzbaute geschützt haben? Die Hänge längs des Brienzersees sind ausserordentlich steil; nach Wolkenbrüchen pflegen da Wasser mitunter in gewaltigen Schwällen von den Höhen zu stürzen! Dann wird die Uferstrasse dem See entlang nicht selten meterhoch mit Geschiebe überschüttet und eine Zeitlang unpassierbar. Wehe allen menschlichen Bauwerken, die in den Bereich einer solchen Rüfe kommen und keinen soliden Stand haben.

Das eigentliche hölzerne Haus, das auf dem getünchten, hellschimmernden Mauerwerk aufsitzt, ist ein Blockbau. Seine Wände bestehen aus waagrecht liegenden, aber hochkant gestellten Balken. Diese Balken überschneiden sich um ungefähr Handlänge an den Hausecken; sie sind, wie man sagt, «gewättet». Ein weiteres auffallendes Gwätt fällt aber auch senkrecht durch die Mitte der Vorderwand und verrät damit, dass es sich hier um ein sogenanntes Doppel- (Zweifamilien-)haus handelt. Jetzt erklärt es sich auch, wieso die Fensterreihen beidseitig dieser Trennlinie genau gleich angeordnet worden sind. Die vielen kleinen Scheiblein (zur Zeit der Baute war das Glas viel kostbarer als heute) sind längst grösseren «Lichtern» gewichen. Sie gaben aber dem Haus unzweifelhaft etwas ausserordentlich Heimeliges.

Einladend wirken auch die seitlichen gedeckten Lauben. Wo könnte man den Sonntagnachmittag geruhsamer verbringen als unter dem schirmenden Vordach auf dem Bänkli? Besonders dann, wenn auf dem Gesimse der «Loiba» (Laube) sattrote Geranien oder blasse Nelken blühen! Denken wir uns noch den nahen See dazu und die Berge, die zum Greifen nahe sind, dann werden wir glauben, dass Brienzer an ihrer Heimat derart hängen, dass es ihnen nirgendwo besser gefällt als am Fusse ihres Rothorns.

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