Burg Rotberg

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Burg im Solothurner Jura bei Mariastein (SO)
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Per Post normal für 5,70 CHF
3,00 CHF
Beschreibung
Bestellnummer: 418
Autor: Heinrich Pfenninger
Selbständige Einzelteile: 2
Schwierigkeitsgrad: ab 10 Jahren
Sprache: d
Massstab: n/a

Nicht in Auswahlsendung enthalten

Vor Zeiten standen an und um den Berg Blauen im Jura über ein Dutzend Burgen. Die meisten von ihnen sind inzwischen zu Ruinen geworden oder gar spurlos vom Erdboden verschwunden. Eine dieser Burgen dagegen, die Rotburg, ist heute dazu bestimmt, von überallher zuströmende Jugendwanderer gastlich zu beherbergen.

Durchs Birsigtal kann man von Basel aus zu ihr gelangen. Da thront sie auf einem Burghügel aus Jurakalk. Langsam ansteigend, gewinnt der Ankömmling die Burghöhe. Wie leicht konnte einem Feind auf der langgezogenen Anstiegsstrecke von der Burg herab mit allerlei derben Abwehrmitteln der Zugang verunmöglicht werden. Doch wir stehen jetzt am Tor als willkommene Gäste und treten in den Burghof ein, in den Zwinger, zwischen zwei durch Ringmauer und offenen Wehrgang verbundene Gebäude. Rechts erhebt sich das einstige Ritterhaus mit seinem Rundturm dahinter, links grüsst ein kleiner Fachwerk-(Riegel-)Bau als ehemalige Gesindewohnstatt.

Wann die Burg Rotberg erbaut worden ist, weiss man heute nicht mehr genau. Sie wird in Urkunden erstmals im Jahre 1413 erwähnt. Jener erste Rotberger, der sich einst zum Bau einer Feste am Blauen entschlossen hat, gedachte wohl, mit dieser alle seine Dienstleute der Umgebung in Kriegszeiten zu schirmen. Das Wohnen innerhalb dicker Burgmauern in schlechterhellten Räumen war aber besonders zu Winterszeiten keine angenehme Sache. Wie viel bequemer lebte man doch damals schon in den Städten! Darum siedelten sich die Rotberger Herren bald im nahen Basel an und gelangten dort zu Amt und Würden. Ihrer Juraburg massen sie fortan immer weniger Wichtigkeit bei. Nachdem jene durch ein Erdbeben von Grund auf erschüttert worden war, begann sie in der Folge zu zerfallen und soll bereits im Jahre 1666 nicht mehr bewohnbar gewesen sein.

Bis zum Herbst 1933 fand man auf dem Rotberghügel darum nur eine kärgliche und baufällige Ruine des einstigen Rittersitzes. Welch ein Wunder muss seither passiert sein! Die Rotburg, zu neuer Gestalt und neuem Leben erwacht, trägt heute eine Erinnerungstafel, auf der man liest:

«Diese Burg ist aus der Ruine des ehemaligen Rittersitzes derer von Rotberg als Denkmal der Arbeit in Zeiten grosser Not entstanden. Sie wurde in den Jahren 1934/35 durch einen freiwilligen Arbeitsdienst arbeitsloser Jugendlicher aus Basel nach den Plänen des Burgenbauers Eugen Probst erbaut. Die Mittel hiefür brachten auf: der Allg. Consumverein beider Basel und sein Personal, die Schweizerische Eidgenossenschaft, die Kantone Baselstadt und Solothurn, der Schweizerische Burgenverein, die evang.-reform. Kirche Basel-Stadt, gemeinnützige Vereine, Gewerkschaften und eine Reihe privater Gönner. Der Allg. Consumverein beider Basel unter der Leitung von Emil Angst stellte als Eigentümerin der Liegenschaft die Burg der Schweizer Jugend für alle Zeiten zur Verfügung.»

Seit der Übergabe der Burg am 27. November 1935 an das junge Wandervolk unseres Landes ist der Neubau auf dem alten Burgplatz wirklich das geworden, was seine Erbauer wollten: eine vielbesuchte, von allen Gästen geschätzte Jugendburg.

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