Ritterhaus Bubikon

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Einzige erhaltene Johanniter-Komturei in der Schweiz
Ritterhaus_Bubik_4cdc05252a83c.jpgRitterhaus_Bubik_4cdc05252a83c.jpg
Per Post normal für 5,70 CHF
3,00 CHF
Beschreibung
Bestellnummer: 410
Autor: Heinrich Pfenninger
Selbständige Einzelteile: 1
Schwierigkeitsgrad: ab 10Jahren
Sprache: d
Massstab: n/a

Nicht in Auswahlsendung enthalten

Im schönen Zürcher Oberland steht unweit des stattlichen Dorfes Bubikon das sogenannte «Ritterhaus». Wenn du das obige Bild mit diesem Namen vergleichst, wird dir bestimmt auffallen, dass man damit nicht ein einzelnes Gebäude, sondern gleiche eine ganze Gebäudegruppe meint. Diese hat ein respektables Alter.

Ums Jahr 1192 (ungefähr 100 Jahre vor der Gründung der Eidgenossenschaft!) liess der Freiherr Diethelm von Toggenburg zu Bubikon (damals Bubinchon) ein Johanniter-Haus bauen. Johanniter (nach Johannes dem Täufer so benannt) hatten zur Zeit der Kreuzzüge im Morgenland einen geistlichen Ritterorden gegründet. Sie gelobten, das Heilige Land vor den Heiden zu schützen, Pilgern den Weg zum Grabe Christi zu sichern und überdies Kranke zu pflegen, wo es auch sei. Der adelige Gründer von Bubikon mag selber eben erst von einer Wallfahrt aus dem Heiligen Land zurückgekommen sein, als er daran ging, im Oberland eine Johanniter-Niederlassung zu stiften. Weil der Leiter einer solchen Komtur hiess, sprach man fortan von einer Komturei Bubikon. Hier wohnten beisammen: wirkliche Ritter von adeliger Geburt (zum Waffendienst ausgebildet), daneben aber auch Priester und dienende (helfende) Brüder. Die Johanniter trugen schwarze Mäntel, die ein achtspitziges weisses Kreuz (das sogenannte Malteserkreuz) zierte. Zu Kriegszeiten aber trugen die Ritter rote Waffenröcke.

Das Ritterhaus Bubikon bestand anfänglich bestimmt nur aus einem einzigen, schlichten Gebäude. Nach und nach erweiterte es sich unter Führung weiser Komture und mit Hilfe fürstlicher Gönner zu jener beachtenswerten Gebäudegruppe, die wir heute vor uns haben. In seiner Blütezeit mag das Ritterhaus einem Dutzend Ritter, einigen Priestern und einer Schar von dienenden Brüdern als Behausung gedient haben. Zusätzlich müssen wir uns jene vielen Wallfahrer denken, die hier für eine Nacht jeweils Durchreiseherberge oder, falls sie krank waren, bis zur Genesung Pflegeaufenthalt fanden.

Vor einigen Jahrhunderten bestanden in unserem Lande eine ganze Anzahl derartiger Johanniter-Kommenden; so in Basel, in Münchenbuchsee, in Rheinfelden, in Freiburg, in Klingnau u.a. Bubikon aber ist die einzige, die sich als Anlage bis auf unsere Tage erhalten hat. Zwar musste sie im Mittelalter (z. B. während des Alten Zürichkrieges) mehrmals Plünderungen und Brandschatzungen erleiden. Aber stets fanden sich danach wieder Freunde, die das Ritterhaus aufrichten halfen.

Als 1528 der Rat von Zürich aber beschloss, in seinem Gebiet werde der neue Glauben eingeführt, leerten sich die Räume des Bubikoner Ritterhauses. Die grosse Liegenschaft kam in private Hände und wurde zum Gutshof. Schliesslich hat man Teile des Johanniter-Baues gar zu Miethäusern umgewandelt. Man kann sich denken, dass dabei die Anlage Schaden nahm und immer mehr zerfiel.

1936 wurde zum Schicksalsjahr des Ritterhauses. In Bubikon wurde damals von einsichtigen Heimatfreunden eine Ritterhaus-Gesellschaft gegründet. Diese versprach, die schöne Baugruppe der ehemaligen Johanniter-Komturei vor dem Untergang zu retten. Rührig nahm sie die grosse Aufgabe zur Hand. Mit Hilfe von Gemeinde, Kanton, Eidgenossenschaft und vielen weitern Gönnern begann ein erfreuliches Instandstellen. Bereits sind die wichtigsten Teile in beispielhafter Weise renoviert. Ganz zu Ende gebracht ist die Erneuerungsarbeit heute freilich noch nicht.

Im Innern des renovierten Ritterhauses Bubikon ist ein Museum eingerichtet worden. Es soll - und das ist bestimmt sinnreich - über die Tätigkeit der einstigen Bewohner, der Johanniter, Auskunft geben.

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