Ritterturm (Hardturm Zürich)

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Wehrturm in der Limmat bei Zürich
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Beschreibung
Bestellnummer: 406
Autor: Heinrich Pfenninger
Selbständige Einzelteile: 7
Schwierigkeitsgrad: ab 10 Jahren
Sprache: d
Massstab: n/a

Eine gute halbe Wegstunde von den Toren Alt-Zürichs entfernt erhob sich schon im Hochmittelalter am linken Limmatufer ein trotziger Bau: der Hardturm. Seinen Namen verdankte er dem mächtigen Eichwalde, dem «Hard», der einst das ganze Gebiet unterhalb des Sihlfeldes bedeckte und sich bis gegen Höngg hin ausdehnte. Der Eichwald ist längst verschwunden, der Hardturm aber geblieben. Quer durchs Limmattal soll sich einmal eine «Letzi», das ist ein Verteidigungswall, gezogen haben. Unser Wehrturm mag als besonders zäher Stützpunkt dieser Anlage gegolten haben. Von ihm aus liess sich das Limmattal in seiner ganzen Breite gut beobachten. Zudem beherrschte dieser Turm eine leichte Brücke, die sich damals zu seinen Füssen über den Fluss schwang. Dieser Übergang bildete lange Zeit den einzigen Weg über die Limmat zwischen den Stadtbrücken von Zürich und denen von Baden.

Der Hardturm hätte wohl kaum so viele Jahrhunderte überdauert, wenn seine Mauern nicht eine stattliche Dicke (stellenweise über 3 m!) aufwiesen. Mächtige Quader, Roll- und Bruchsteine sind hier scheinbar unlöslich zusammengefügt und verkittet. Das buntfarbige, gemischte Baumaterial stammt aus den Glarner Bergen und wurde in grauer Urzeit auf Gletschers Rücken in die Gegend des späteren Bauplatzes geschafft.

Unser Modellbogen zeigt den Hardturm in seiner alten Form. Vor etwa 200 Jahren haben ihm spätere Besitzer am obersten Stockwerk vier Ecktürmlein aufgepfropft. Zudem wurde der Treppenaufgang aus dem Freien ins Innere der Baute verlegt.

Besuchen wir in Gedanken die Hardturmbewohner zur Zeit der Gründung unserer Eidgenossenschaft. Die Ritterfamilie Maness, die lange in der Geschichte Zürichs eine wichtige Rolle spielte, bewohnte damals diesen markanten Bau mit seinen auffallend schmalen Fenstern. 7,5 Meter über der Erde betrat man den Wohnturm durch eine schmale Pforte. Gleich dahinter lagen auf demselben Boden die Küche und der Gesinderaum. Ein Stockwerk höher wohnte der Ritter mit seiner Familie. Hier lagen Kemenate (mit Kamin), Stube (Wohnraum mit Ofen) und im hölzernen Obergaden (noch einen Boden höher) die ungeheizten geräumigen Kammern. Zum untersten Raum, zum besonders dickwandigen Kellergeschoss, konnte man nur von oben her durch eine Bodenluke gelangen. Auf einem Knebel sitzend konnte man an einem Seil in die Tiefe reiten. Diente der Kellerraum als Vorratskammer, dann war die Reise wohl nicht so unangenehm. Aber zeitweise wurden hier auch Menschen unfreiwillig «am Seil abeglah», denn der düstere Kellerraum diente gelegentlich als besonders sicheres Verlies (Gefängnis).

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