Spalentor Basel

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Wuchtigstes der ehemaligen Basler Stadttore
Spalentor_Basel_4cdc05932c05e.jpgSpalentor_Basel_4cdc05932c05e.jpg
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3,00 CHF
Beschreibung
Bestellnummer: 412
Autor: Heinrich Pfenninger
Selbständige Einzelteile: 2
Schwierigkeitsgrad: ab 10Jahren
Sprache: d
Massstab: n/a

Nicht in Auswahlsendung enthalten

Im Oktober 1356 verwandelte ein schreckliches Erdbeben das alte Basel in einen Trümmerhaufen. Mit erstaunlichem Mut gingen die damaligen Basler alsbald daran, alle ihre Behausungen neu aufzubauen. Nicht genug damit. Sie umgaben ihre neuerstandene Rheinstadt gleich mit einem hohen Mauergürtel und einem Wassergraben davor. Die Ringmauer verstärkten sie zudem mit über 40 Wehrtürmen. Sechs davon waren Tortürme. Unser Spalentor wurde das stattlichste von ihnen. Es blickte drohend hinaus auf die grosse Anmarschstrasse, die von Frankreich her zur Rheinstadt führte. Hinter dem Turm lag die Spalenvorstadt. Wir erkennen daraus, dass die Basler nach dem Erdbeben die bisherigen Vorstädte nunmehr in den Mauerring einbezogen haben. Dieser muss offenbar bedeutend umfänglicher angelegt worden sein als der frühere, ältere. Dieser Sicherheitsgürtel schützte die Stadt am Rhein während Jahrhunderten.

Als man vor rund 100 Jahren daran ging, die Ringmauer, die dem Wachstum Basels im Wege stand, niederzulegen, wurde glücklicherweise unser Spalentor vor dem Abbruch verschont. Stellt es doch einen packenden Zeugen alter Baukunst dar. Die Mauern dieses Bauwerks haben stadtauswärts eine Dicke von zwei Metern, stadteinwärts immer noch eine solche von 1,60 Metern. Die Turmspitze thront mehr als 40 Meter über der Strassenebene. Diese imponierenden Masse machen den besonderen Reiz dieser Stadtpforte zwar nicht aus. Viel eher ist es das Zusammenspiel des viereckigen Torturms mit den angebauten beiden Rundtürmen. Sie stehen wie zwei Wächter neben dem Tor, das einst eine Fallbrücke aufwies und durch ein niederes Vortor ergänzt worden ist. - Gewiss hast du aber auch bemerkt, dass die beiden Schauseiten des Hauptturms durch rote Sandsteine einen besonderen Schmuck erhalten haben. Dieses wirkungsvolle Baumaterial wurde bekanntlich auch zu weiteren wichtigen Bauwerken der Stadt verwendet, beispielsweise am Münster und am Rathaus.

Viel könnte uns das Spalentor von seinen Erlebnissen berichten! So verschloss es sich 1444 vor dem grossen Armagnakenheer, das aus dem Elsass anrückte, um bis nach St. Jakob an der Birs vorzudringen. 1833 widerstand es den unwillig gewordenen Bauern aus der Basler Landschaft. Aber es öffnete sich bereitwillig dann, wenn Hilfsbedürftige sich der Stadt näherten. So im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, als verängstigte Bauern des nahen Sundgaus sich mit all ihrem beweglichen Gut in die Rheinstadt flüchteten. Damals soll die ganze Spalenvorstadt voller Bauernwagen gestanden haben. Im Sommer 1867 schlug der Blitz ins Spalentor. Zwar liess er den Bau stehen, warf aber 5000 der bunten Ziegel aufs Pflaster.

Stellen wir uns endlich aber auch einmal die lange Reihe jener Basler vor, die während der sechs Jahrhunderte als Wächter treulich am Spalentor ausgeharrt haben. Pünktlich um 11 Uhr nachts liessen sie die Torflügel jeweils zuknarren. Die letzten Anrückenden soll der Wächter mit dem Zuruf zur Eile angetrieben haben: «Wer inne will, der lauf!» Das Spalentor wurde 1933 vom Kanton Baselstadt mit Bundeshilfe restauriert und unter Denkmalschutz gestellt.

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