Zürcher Bauernhaus

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Riegel-Bauernhaus aus Oberembrach (ZH)
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Per Post normal für 5,70 CHF
3,00 CHF
Beschreibung
Bestellnummer: 405
Autor: Heinrich Pfenninger
Selbständige Einzelteile: 3
Schwierigkeitsgrad: ab 9 Jahren
Sprache: d
Massstab: n/a

Unser Modellbogen führt uns in ein stilles Bauerndörfchen im Unterland, nach Oberembrach. Dort steht am Dorfausgang, hart an der Strasse, die talabwärts führt, dieses stattliche Riegelhaus. Unter seinem Dachvorsprung können wir am waagrechten, hauslangen Balken zusammenbuchstabieren (die alten engen Buchstaben sind nicht alle leicht leserlich), wann, von wem und für wen dieses Gebäude einst aufgerichtet worden ist. Wir lesen: «Dieses Hauss hat Lasen Bauen Jakob Bäninger Landrichter. Durch Mstr. (Meister) Aberham Kräpsser Zimmermann. Zu Gehrlispärg 1797.»

Fällt uns nicht auf, dass als Erbauer ein Zimmermann genannt ist? Betrachten wir unser Haus. Sein Wohnteil ist besonders schmuck ausgefallen. Aber wohlgemerkt: er verdankt seine gute Form dem Holz. Die dunkelroten Balken bilden das Grundgerippe des Hauses und zerlegen alle Wände in viele kleine Felder. Diese selber sind erst nachträglich ausgemauert worden, nachdem der ganze Holzbau schon stand. Wir nennen die Balken Riegel und ein solches Gebäude darum Riegelhaus oder Fachwerkhaus.

Riegel finden wir auch am zweiten anschliessenden Hausteil, der Tenne. An diese schliesst sich als dritter Bau der wenigstens teilweise gemauerte Viehstall. Die dazwischenliegende Tenne kann nach vorn und nach hinten mit mächtigen Toren geöffnet werden. Hier wurde einst das Getreide gedroschen. Auf dem gestampften Lehmboden tanzten im Takt die schweren Flegel. Über dem niedrigen Viehstall liegt die gegen die Tenne offene Heudiele. Dort oben üben sich alljährlich die Bauernkinder fleissig im Heustampfen. Die drei aneinandergehängten Teile (Wohnhaus, Tenne, Stall) haben dieser Art Bauernhaus den Namen gegeben. Man nennt es ein Dreisässenhaus.

Leider finden wir heute nur noch wenige guterhaltene Zürcher Bauernhäuser, die so geblieben sind, wie man sie einst schuf. Die meisten mussten viele Veränderungen über sich ergehen lassen. Der Bauer vermochte mit seinen neuen Geräten und Maschinen grössere Landstücke umzugraben, anzusäen, abzuernten. Die Speicherräume wurden ihm darum zu eng, die Wohnräume dünkten ihn mit der Zeit zu dunkel. Das Brecheisen, die Säge und das Beil brachten Abhilfe. Das Haus wurde geräumiger, heller, moderner.

Unser Zürcher Haus ist hier in der guten alten, ursprünglichen Form wiedergegeben. Was ist nicht alles mit ihm aus jener Zeit in die unsere herüber gerettet worden! Betrachte die schmucken Zugläden über den Stubenfenstern! Lies mit uns aber auch den alten Spruch, den sich der Bauherr vor mehr als 150 Jahren über seine Schwelle schreiben liess:

«Dies Hauss steht in Gottes hand / Alles Unglück von im ab gewänt / Aller unfal von ihm weit Entfernt / Je weiter als der Abend von dem Morgen stern / Glück Heil und Sägen Wünsch ich in Dises Hauss / Allen denen die gehen ein und aus / meinen ein gang sägne Gott / meinen aus gang gleicher masen / Sägne all mein thun und Lassen / Sägne mich mit säligem sterben und mache mich Zum Himmels Erben.»

Nicht in Auswahlsendung enthalten

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